/ Kleine Welt der Schuhe / Kaufberatung Tipps und Tricks

    Grundsätzlich

    empfehlen wir Ihnen, sich vor dem Kauf eines Wanderschuhs ein paar Gedanken zu machen. Wo will ich hin, was muss der Schuh leisten und wieviel Gepäck habe ich dabei? Es gibt viele gute und robuste Wanderschuhe, dennoch ist nicht jeder Schuh allen Anforderungen gewachsen- die leichte Trekkingsandale ist für das raue Klima auf den Gletschern dieser Welt meistens etwas unterkühlt. Seien Sie ehrlich zu sich, verzichten Sie nicht auf Komfort und Passform, fühlen Sie sich wohl und nehmen Sie sich Zeit. Im Zweifelsfall immer bei einem Fachhändler Ihres Vertrauens- denn Ihre Füße werden es danken! Wie bieten Ihnen in unserem Schuhhaus in Leimen / Pfalz eine große Auswahl, kompetente Beratung und unschlagbar gute Hauspreise. Sollten Sie also mal in der Nähe sein, schauen Sie unverbindlich bei uns vorbei. Hervorragende Strecken durch den Pfälzer Wald beginnen zum Teil genau vor unserer Haustür....

    Eine Entscheidung

    für eine Strecke, eine Herausvorderung oder einen alltäglichen Begleiter wurde getroffen. Dann erst gilt es, den dafür passenden Schuh aus der entsprechenden Kategorie mit den ergänzenden Eigenschaften zu finden. Laufen Sie in trockenen, heißen Regionen, sollten Sie sich für einen besonders atmungsaktiven Schuh entscheiden,

    Die besten Tipps zur Anprobe von Meindl

    Ein Schuh muss passen, das weiß jedes Kind. Gerade bei Wander- und Bergtouren trägt ein perfekt sitzender Schuh wesentlich zum Spaß an der Tour bei – oder kann ihn auch gründlich vermiesen. Hier ein paar Tipps, wie man Schuhe richtig anprobiert und einläuft.

    Der erste Schritt zum neuen Schuh führt ins Fachgeschäft oder in die Fachabteilung. Nur hier hat man das nötige Know-how für eine gute Beratung und bietet eine große Auswahl unterschiedlicher Modelle in allen Größen an. Morgens sind die Füße noch kleiner – am besten gehen Sie nachmittags, weil die Füße im Laufe des Tages größer werden. Sie schwellen etwas an – wie auf einer Tour. Außerdem sollten Sie sich über das Einsatzgebiet (siehe Anwendungsbereiche) des Schuhs im Klaren sein. Wenn Sie wissen, was Sie suchen, kann’s los gehen. Lukas Meindl, verantwortlich auch für die Produktentwicklung bei Meindl und selbst viel draußen unterwegs, verrät Ihnen worauf Sie achten sollten:

     Sitzt, passt und stützt

    1. Socken: Bringen Sie jene Socken mit, die Sie auch auf Tour anziehen. Geeignet sind Funktionssocken, die – vor allem in GORE-TEX®-Schuhen – ein optimales Fußklima garantieren. Wichtig: Verschieden dicke Socken machen nicht nur im Volumen einen deutlichen Unterschied, sondern auch bei der Länge des Schuhs. Wenn Sie keine geeigneten Socken haben, verlangen Sie die richtige Probiersocke oder kaufen Sie am besten gleich welche mit. Wenn Sie orthopädische Einlagen tragen, sollten Sie auch diese zum Schuhkauf mitbringen und im Schuh probieren!

    2. Schnüren (2a): Oberstes Gebot ist, den Schuh »richtig« anziehen: Ferse nach hinten drücken, Lasche zentrieren, schnüren. Dabei die 2-Zonen-Schnürung beachten (2b)! Beim Bergaufgehen den unteren Bereich bis zum Klemmhaken (Zone I) fest schnüren, den Schaft oben – zur Erhöhung der Beweglichkeit – etwas lockerer (Zone II). Beim Bergabgehen schnürt man v. a. im Bereich der Beuge den Schaft fester (DiGAfix®), um ein Vorrutschen des Fußes zu verhindern. 

    3. Passform prüfen: Sitzt die Ferse? Stehen Sie gut im Schuh? Passt der Schuh in Bezug auf das Volumen? Haben die Zehen genug Platz? Als Faustregel gilt: In einem passenden Schuh hat der Fuß vorne etwa 1 cm Platz (Fingerprobe). Viele Schuhe werden zu klein gekauft. Drückt es irgendwo? In der Breite kann man den Schuh weiten bzw. passt er sich beim Einlaufen eventuell noch an – nicht aber in der Länge! Aber auch zu große und vor allem zu weite Schuhe sind nicht gut.

    Größe: Bestehen Sie nicht auf Ihrer vermeintlichen Schuhgröße. Probieren Sie auch Alternativgrößen! Die Schuhgröße ist keine fixe Sache. Morgens sind die Füße kleiner. Im Alter lassen außerdem die Muskeln nach, die Wölbung reduziert sich, der Fuß wird länger und breiter, also größer. Kaufen Sie im Zweifelsfall den etwas größeren Schuh. Sie haben dann – vor allem im Winter – mehr Platz für dickere Socken und einen »Weitenausgleich« gibt es über das Fußbett.

    4. Probegehen bergauf: Immer beide Schuhe anprobieren und die im Laden vorhandene Teststrecke nutzen. Und vor allem: Lassen Sie sich Zeit. Der Schuh, der Ihnen vermeintlich passt, sollte mindestens 10 Minuten am Fuß bleiben, weil sich Leder und Innereien erwärmen und anpassen. Beim Bergauflaufen kommt es auch auf den Fersensitz an, den Sie mit der Schnürung regulieren können. Ein bißchen Luft muss der Fuß haben, aber wer im Schuh »rauf und runter« rutscht, bekommt später leicht Blasen.

    5. Probegehen bergab: Schnüren Sie die Schuhe v. a. im Vorderfuß- und Rist-Bereich stramm. Achten Sie jetzt sehr darauf, dass Sie nicht vorne anstoßen. Je schwieriger das Gelände ist, in dem Sie unterwegs sind, desto verwindungssteifer und seitenstabiler muss der Schuh sein. Auch das können Sie auf der Teststrecke probieren. Lukas Meindl empfiehlt im Zweifelsfall die stabilere Schuh-Variante. Schuhe werden mit der Zeit weicher und ein stabiler Schuh entlastet die Muskeln doch spürbar. Das beugt auch der Ermüdung und damit Schmerzen im Bereich der Fußsohle vor.

    Wer so seinen »Traumschuh« gefunden hat, freut sich auf die erste Tour. Früher hieß das oft »Blasen, Blasen, Blasen«. Zum Glück sind die Schuhe heute sehr viel bequemer als früher. Lukas Meindl empfiehlt trotzdem, die neuen Schuhe vor der ersten großen Tour einzulaufen: »Jeder Schuh braucht eine gewisse Zeit, sich optimal anzupassen«. Je schwerer der Schuh, desto wichtiger das Einlaufen. Im Gegensatz zu früher geht das Einlaufen aber auch bei schweren Schuhen meist ohne Blasen und viel schneller über die Bühne.

    Tipps und Tricks

    Schnürung

    Natürlich ist vor allem die Passform der entscheidende Faktor, aber trotzdem gibt es ein paar „Seiltricks“, mit denen man per Schnürung Passform und Komfort noch verbessern kann. Wer im Internet nach Schnürtipps sucht, wird staunen, was es da so alles gibt. Ein Großteil davon ist reine Optik. Aber es gibt auch Tipps, die wirklich etwas bringen. Hier findet Ihr drei Schnürtricks, die wir für sinnvoll halten. Damit läuft das Schuhebinden wie am Schnürchen.

     

    Festerer Fersensitz

    In Wanderschuhen sind hochwertige, anatomisch geformte Fersenkappen eingebaut (üblicherweise spart man gerne dort, wo man es nicht sieht, daher achten wir bei den Wanderschuhen darauf, nur hochwertige Produkte für Sie einzukaufen).

    Wer noch kompakter stehen will, kann mit einer Art Flaschenzug-Schnürung nachhelfen. Dazu fädelt man zuerst die Schnürsenkel direkt durch die beiden untersten Zughaken – nicht überkreuzen! Anschließend führt man das gegenüber liegende Ende durch den Senkel, der die beiden Zughaken verbindet. So wird die Ferse noch satter im Schuh fixiert.
     

    Druckentlastung am Spann

    Viele Füße haben keinen gleichmäßig glatten Spann, sondern Unebenheiten oder gar Überbeine auf der Fußoberseite. Wenn der Schuh an solchen Stellen etwas drückt, fädelt man die Schnürsenkel an der „Druckstelle“ einfach durch zwei Ösen auf der gleichen Seite, anstatt sie zu kreuzen. Das nimmt Druck weg und lässt der Unebenheit mehr Raum.

     

    Sohlen

    Die Sohlen haben nicht mehr so viel Grip wie früher? Bei neuen Schuhen kann es vorkommen, dass Rückstände vom Imprägniermittel haften bleiben. Dies scheuert sich beim Gehen nach kürzester Zeit ab. Haben Sie Ihre Schuhe längere Zeit nicht benutzt, kann die Oberfläche der Sohlen nachhärten und wird dadurch rutschig. Das ist völlig normal: Die Sohlen aller HANWAG-Schuhe enthalten Naturkautschuk (ein teurer Rohstoff gegenüber billigen PU-Sohlen). Sie können die Profilsohle leicht mit einer Drahtbürste oder einem feinen Schleifpapier aufrauen oder einfach am Asphalt scheuern.